Wir werden Dauercamper

Wir werden Dauercamper

Wir wagen wieder einmal ein neues Abenteuer. Ohne Vorkenntnisse, einfach aus dem Bauch heraus und werden Dauercamper.

Warum Dauercamper?

Wir haben ja lange das gepachtete Gartengrundstück meiner Eltern ver- und bearbeitet, das wir aber vor ein paar Jahren aufgeben mussten. Beide haben wir seitdem nach einer Alternative gesucht. Einen Ort, an dem wir einfach abschalten können vom Alltag, ohne hohe Hotelkosten stämmen zu müssen.

Einen Kleingarten anmieten stand dabei ganz oben auf der Liste. Doch hier muss man mittlerweile echt viel Geld investieren, die Wartelisten sind lang und es sind immer bestimmte Auflagen zu beachten. Diese beinhalten eine bestimmte Anzahl Obst und Gemüse anzubauen, sich aktiv im Kleingartenverein einzubringen etc.. Was aber, wenn man mal 2 Wochen nicht kann oder einfach überhaupt keine Lust hat, da die Arbeitswoche total anstrengend war? Dann musst du unter Umständen halt trotzdem ran. Nach reiflicher Überlegung haben wir daher einen Kleingarten wieder aus unseren Gedanken gestrichen.

Und dann kam da diese Sendung im TV in dem Dauercamper angesprochen wurden und dieses Wort hat mich einfach nicht mehr losgelassen.

Ich hab meinen Mann dann darauf angesprochen, ob das vielleicht etwas für uns wäre und er war sofort Feuer und Flamme. Wir haben uns daher sogleich unsere Handys geschnappt und begonnen zu recherchieren.

Als Dauercamper zahlst du (ebenso wie im Kleingartenverein) eine Jahrespacht, hast aber in der Regel eher freie Hand, wie du deine angepachtete Fläche nutzt. Klingt schon mal super.

Und: du kannst das ganze Jahr auf deinen Platz. Auch, wenn für alle anderen Camper Ende Oktober Schluß ist und der Campingplatz verschlossen wird, kann man theoretisch weiter dort Zeit verbringen. Sollte Wasser und Strom benötigt werden, einfach mit dem Campingplatzbetreiber absprechen und dann findet sich eine Lösung.

Wo und wie wird man Dauercamper?

Wir waren so angestachelt, dass wir das schöne Wetter am nächsten Tag gleich nutzten um uns ein paar Campingplätze „einfach mal anzuschauen“. Auf jeden Fall wollten wir keinen zu langen Anfahrtsweg, da uns wichtig ist, die Möglichkeit zu haben, uns spontan auf den Weg zu machen. Spontan können wir sehr gut 🙂

Online gab es keinen Campingplatz, der uns anlachte und auf dem noch freie Plätze vorhanden sind. Auch durch Corona hat gefühlt jede Familie in Brandenburg mittlerweile einen Dauercampingplatz. Außer uns. Wir ließen uns aber nicht abhalten und wollten uns ggf. auf eine Warteliste eintragen lassen, so es diese gibt.

Auf dem ersten Platz unterhielten wir uns mit einer sehr lieben Besitzerin, die aber keinen ihrer 100 qm großen Plätze frei hatte. „Schwer, sehr schwer“ meinte sie nur und „die gehen sofort wieder weg, wenn einer frei wird“. Sie gab uns aber den Tipp, im Nachbarort zu schauen, da es dort auch noch 2 Campingplätze gibt. Wir also wieder los in die beschriebene Richtung.

Die Abfahrt zum ersten Platz haben wir voll verpasst und wollten auch nicht umdrehen, fuhren also direkt zu Platz Nummer 2 (eigentlich ja Nummer 3, wenn man den Ersten mitzählt 😀 ).

Nach einer kurzen Fahrt landeten wir mitten im Wald, in dem im rechten Bereich erste – ewig alte – Bungalows stehen. Wir fanden sogar gleich ein Plätzchen für unser Auto und das Wasch- und Toilettenhäuschen, das hier ganz ohne zusätzliche Zahlungsmittel oder Marken benutzt werden kann. Alles blitzeblank und ohne Bedenken nutzbar.

Jeden, den wir auf unserem kurzen Weg zur Anmeldung trafen, grüßte total freundlich und obwohl dieser Platz viel größer als der zuvor angesehene ist, war trotzdem ein Dazugehörgefühl da. Seeeeehr gut. Schließlich wollen wir viel Zeit auf unserem Platz verbringen und der erste Eindruck sollte schon entscheidend sein. Hätte uns hier etwas nicht gefallen, wären wir auch sofort wieder umgedreht – so war es abgesprochen.

Wir stürmten also die Anmeldung und erzählten dem anwesenden Besitzer der Anlage, was uns so vorschwebt. Und dann meinte der gute Mann doch prompt: „Ich habe letzte Woche 16 neue Parzellen a 130 qm bereitgestellt und eine ist noch frei. Falls ihr schauen wollt… “ Klar wollten wir. Der Weg bis zur Parzelle war ein kurzer Spaziergang und der Anblick schon eigenartig.

So ganz nackig. Also die Parzelle. Auf den meisten stand zumindest schon ein Wohnwagen. Bei einigen waren die Pächter schon total fleißig und es gab sogar schon Zäune und Heckenpflanzen. Nach einer Woche. Aber das Objekt unserer Begierde lag unberührt vor uns. Und sah auf den ersten Blick gar nicht nach 130 qm aus. Das sollte echt größer sein als unsere Wohnung daheim?

Wir hatten uns ja am Abend zu vor schon etwas schlau gelesen, aber Ahnung haben wir überhaupt keine. Wie also sich nun entscheiden? Wovon abhängig machen? Wir standen da also so ein bisschen hilflos rum, bis René begann, das Grundstück zu betreten und sich etwas näher umzusehen. Auf einem leeren Stück Land. So richtig konnte ich da nicht mit und hab mich lieber unseren Nachbarn gegenüber zugewandt und ein Gespräch angefangen. Was wo wie warum gebaut werden darf und so. Verwundert hat mich nur, dass mein Mann nicht dazugekommen ist. Aber als ich mich nach ihm umdrehte, sah ich die Antwort: er stand am anderen Ende des Grundstücks und quatschte dort mit den Nachbarn 🙂

Es kam, wie es kommen sollte: wir haben in diesen paar Minuten bereits mit den Nachbarn gelacht und ihnen versichert, dass uns ihre Kinder nicht stören würden (werden ja auch älter – einfach durchhalten ist die Devise) und sie baten uns, das Grundstück zu pachten, da „das super passen wird“. Natürlich war diese Aussage nicht ausschlaggebend, aber sie half uns in unserem anschließenden Gespräch, wie wir nun weiter vorgehen würden.

Zurück bei der Anmeldung erfuhren wir die Eckdaten zur Pacht und stellten erfreut fest, dass diese nicht höher ausfiel, als im Ort nebenan mit 100 qm. Vergleichen lohnt sich also auf jeden Fall! Wir sind mittlerweile absolute Bauchmenschen und handelten entsprechend: diese Parzelle wollten wir haben und im Laufe der nächsten Jahre ein Plätzchen zum Abschalten für uns schaffen! Daher wurden Daten ausgetauscht und der Vertrag für das nächste Wochenende vorbereitet. Einfach, damit wir im Laufe der Woche noch einmal ausgiebig darüber nachdenken konnten.

Parzelle angemietet, was folgt nun?

Nachgedacht und recherchiert haben wir in den darauffolgenden Tagen ohne Ende. Und haben nach Wohnwagen gesucht und uns diese angeschaut. Denn natürlich möchten auch wir dort irgendwann übernachten und uns zurückziehen können.

Wenn wir dachten, einen Dauercampingplatz zu finden wird schwer, wurden wir nun eines Besseren belehrt! Da die Idee und Umsetzung für uns ja sehr spontan kam, ist da auf unserem Bankkonto nicht unbedingt die Riesensumme zur Verfügung bereit und entsprechend haben wir unsere Ansprüche an einen Camper runtergeschraubt. aber auch das half nix: gefühlt bekamen wir nur Schrott angeboten.

Bis wir ein weiteres Mal Glück hatten und einen kleinen süßen Tabbert Comtesse 460 erwerben konnten. Wir haben in den Tagen zuvor unzählige Videos angeschaut, auf was man beim Kauf achten sollte, wenn man keine Ahnung hat. Das war wirklich notwendig, sonst hätten wir evtl. einen von den anderen schrottreifen Wohnwagen gekauft. Aber dieser hier hielt der Inspektion von René stand, wir unterhielten uns super mit der Verkäuferin und hatten auch ein gutes Gefühl in dem Wohnwagen.

Das gute Gefühl ist, genau wie bei der Platzsuche, sehr wichtig, da der Wohnwagen schon den vorher überlegten Ansprüchen entsprechen sollte. wir waren im Vorfeld durchaus bereit, Arbeit in das Innere zu stecken. Aber bei diesem hier wäre dies nur notwendig, wenn wir das altbackene braune Inventar nicht mehr sehen können. Also morgen 😀 Ne, das hat Zeit, da es echt aufwendig ist, wenn man das richtig machen will.

Die Parzelle in Beschlag nehmen

Wir konnten es nicht lassen und mussten irgendwas tun. Irgendwas auf den Platz stellen. Auf unseren Platz. Markieren halt 😀

Und so kam es, dass dort nun schon ein Pavillon steht und wir die erste Sitzprobe auf unseren Gartenmöbeln (die es preiswert bei Aldi gab) absolvierten. Dieser wird später zur Grillecke. Wir sind schon voll am Planen 😀

Wie zieht der Wohnwagen um?

Nun fehlt nächste Woche nur noch ein letzter Schritt: der Wohnwagen muss auf unsere Parzelle umziehen. Dafür werden wir ein Kurzzeitkennzeichen (5 Tage gültig) beantragen. Dann hängen wir ihn an und fahren los. Ganz einfach.

Zum Glück haben wir die Anhängerkupplung am Auto und der Wohnwagen ist nicht allzu groß und schwer und fahrbereit und so. Sonst wäre die ganze Sache schon aufwendiger und wir hätten uns eine entsprechende Firma für die Überführung suchen und natürlich noch einmal extra investieren müssen.

Was sind die nächsten Pläne?

Wenn er dann auf „unserem Platz“ (klingt schon cool) steht, können wir den nächsten Schritt angehen und einen Zaun für die frei zugängliche Seite planen, kaufen und aufstellen. Das was uns da so vorschwebt ist zum Glück nicht all zu teuer und leicht umzusetzen.

Jetzt aber noch ein paar Tage durchhalten, dann den Kleinen überführen, Vorzelt und Grill aufstellen und dann sind wir auch schon dauercampingbereit und werden dann sicher auch das erste Mal das entsprechende Gefühl auskosten können.

Und Alle, die sagten, das wir verrückt sind: Ja, mag stimmen, aber wir fühlen uns mega wohl dabei und freuen uns total auf unsere erste Saison auf unserem Campingplatz!

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